Previous Next

Geschichte


2018: Ein heisser, trockener Sommer

Nach dem Frostjahr 2017 holen die Reben regelrecht nach. Ein langer, warmer, trockener Sommer führt zu einer tollen Ernte und spektakulären 111° Oechslegraden. Das Ergebnis aus dem Fass wird mit Spannung erwartet.

2017: Frost zur Unzeit

Ende April zerstören späte Frostnächte die frischen Austriebe der Reben. Zwar wächst im milden Mai einiges nach, aber ein Hagelgewitter im August zerschlägt einen guten Teil des ohnehin geringen Behangs. Der Jahrgang 2017 fällt so mager aus, dass die raren 400 Flaschen nicht wie üblich an die Anteilsscheininhaberinnen und -inhaber abgegeben, sondern unter diesen verlost werden .

2016: Versuch mit neuen Rebsorten

Reben erbringen etwa 25 Jahre lang einen spannenden Ertrag. Deshalb läuft ab 2016 ein Versuch mit zwei neuen roten Rebsorten, und zwar mit "Divico" und "Prior". Bei beiden Trauben handelt es sich um neu gezüchtete, pilzwiderstandsfähige Sorten. Divico wurde 1997 von der schweizerischen Agroscope in Pully gezüchtet und Prior 1987 vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg im Breisgau. Beide Rebsorten können früher als der Blauburgunder geerntet werden und brauchen deutlich weniger Einsatz von Spritzmitteln. Damit wird auf die veränderten klimatischen Bedingungen und auch auf den Druck durch die Kirschessigfliege reagiert. Ob der gesamte Rebberg mit den neuen Sorten bestückt werden soll, ist abhängig vom Erfolg des Versuchs.

2015: Logo

Der Vorstand unterbreitet den Mitgliedern an der Generalversammlung 2015 die Wahl eines Vereinslogos. Drei von Binninger grafischen Profis ehrenamtlich entworfene Logos stehen zur Auswahl. Die grosse Mehrheit der Stimmen erhält der Gestaltungsvorschlag der FHNW-Studentin Paula Pfau. Seither verhilft das Logo - eine Profilzeichnung des Rebbergs mit Kirche und schlichtem Schriftzug - dem Verein zu noch besserer Wiedererkennbarkeit.

2014: 20 Jahre Rebbergverein

Die Generalversammlung am 17. Mai 2014 ist ein grosses Fest, an dem mehrere Hundert Mitglieder und Freunde des Vereins teilnehmen. Natürlich findet die GV auf dem Margarethengut statt.
Der erste Vereinspräsident, Bruno Gehrig, wird zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er übergibt die Vereinsführung Sven Brüschweiler, bis dahin stellvertretender Vereinspräsident.

1997 bis heute: Steter Tropfen – füllt die Flaschen

Jedes Jahr wirft der Rebberg St. Margarethen einen erfreulichen Ertrag von bis zu 1500 Litern ab. Die tiefe Lage, die Nähe zur Stadt und die gute Pflege des Rebbergs durch die engagierte Winzergruppe tragen dazu bei, dass vom Rebberg Binningen immer ein guter Tropfen ausgeschenkt werden kann. Der höchste Oechslegrad wird im Jahr 2011 mit 109° Oechsle erreicht.

1997: Der erste Wein

Verkauf des ersten Weins der ersten Ernte von Herbst 1996!

1994: Vereinsgründung

Es ist die alte Weintrotte vom Margarethengut, die 1985 wieder nach Binningen kommt und in der Kommission des Ortsmuseums die Idee entstehen lässt, in Binningen einen neuen Rebberg anzulegen. Der damalige Gemeindeverwalter Bruno Gehrig, damals auch Präsident der Museumskommission, macht sich auf die Suche nach Pachtland und Rebbau-Fachleuten und wird auf dem Margarethengut fündig: Urs Rediger, der Pächter des Margarethenguts und ausgebildeter Winzermeister, ist rasch für die Idee eines Rebbergs an seinem Hang gewonnen. Der Kanton Basel-Stadt, als Verpächter des Margarethenguts, stimmt den Plänen ebenfalls zu. Die Eingabe des Rebbergs beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement wird am 18. Mai 1993 positiv beantwortet – nachdem eine 11-köpfige Kommission den Margarethenhügel in Augenschein genommen hat. Auf einer Fläche von 2150 m2 dürfen nun Reben angebaut werden.
Um den Rebberg anzulegen, um Geräte und Rebstöcke zu kaufen, braucht es Kapital. Die Gründungsmitglieder des Vereins lösen die Kapitalbeschaffung, indem sie den Neumitgliedern symbolisch einen Quadratmeter des Rebbergs für 100 Franken verkaufen (Anteilschein). In kurzer Zeit werden 1750 Anteilscheine gezeichnet, so dass ein Startkapital von 175‘000 Franken zur Verfügung steht.
Am 29. April 1994 findet im Binninger Kronenmattsaal die Gründungsversammlung des Rebbergvereins St. Margarethen Binningen statt, an der 400 Personen teilnehmen. Zu den Gründungsvorstandsmitgliedern gehören: Bruno Gehrig, Präsident; Urs Rediger, Winzermeister; Rainer Schaub , Vizepräsident; Daniel Nyffenegger, Sekretär und Protokoll; Charly Fillinger, Druckerzeugnisse; Toni Glaser, Druck Flaschenetikette und Vertreter der Bürgergemeinde; Hans-Peter Hoffmann, Finanzen; Esther Kohl Seyfert, Veranstaltungen / Anlässe; Urs Niederhauser, Information; Willi Rehmann, Mitglieder-/ Anteilscheinverzeichnis; Jürg Alt, Vertreter des Gemeinderates; Revisoren: Beat Walther, Rita Fürst und Stephanie Fünfschilling; Berater und Kellermeister: Kurt Nussbaumer, Vordere Klus, Aesch, und Arnold Ruff, Binningen. Der erste Fähndrich heisst Camille Thilges.
Kurz nach der Gründungsversammlung werden 1200 Rebstöcke gesetzt.

Vereinslokal

Angrenzend an den Rebberg liegt, über zwei Etagen ins Erdreich vergraben, ein Festungsbunker aus dem Zweiten Weltkrieg (Baujahr 1940). 1993 stellt Vereinspräsident Bruno Gehrig dem Eidgenössischen Militärdepartement ein Gesuch, den Bunker als Rebhaus und Vereinslokal zu nutzen. Die Antwort aus Bern lässt auf sich warten, der Kontakt zum Basler Zeughaus funktioniert schneller. Das Zeughaus schenkt den Bunker dem Rebbergverein unter der Auflage, das Geschenk nie wieder zurückzugeben…

1920 bis 1991: Die Weintrotte

Bis etwa 1920 steht auf dem Margarethengut eine Weintrotte aus Eichenholz (Jahrgang 1696; 8m lang, 3.8m breit, 3.5m hoch). Das an die Kirche angebaute Trottenhaus wird 1946 zugunsten einer neuen Sakristei abgebrochen. 1985 geht die Trotte an das Historische Museum Basel. Als Leihgabe geht sie 1985 zurück nach Binningen, an das Ortsmuseum, wo sie heute noch steht, seit 1991 in einem wetterfesten Unterstand im Hof des Ortsmuseums .

1950-er Jahre

In den besten Jahren werden auf dem Margarethengut bis 90'000 Liter Wein gekeltert

19. Jh. bis Beginn 20. Jh.

Im 19. Jahrhundert, erst recht aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts, geht der Rebbau in Binningen stetig zurück. Die letzten Reben am Margarethenhügel verschwinden um 1914 und der letzte Rebberg in Binningen wird 1960 am Erdbeergraben aufgegeben.
Vier Strassennamen halten die Erinnerung an die weinreiche Zeit fest: Neusatzweg, Rebgasse, Weinbergstrasse auf dem Westplateau und der steile Schlossrebenrain von der Baslerstrasse bis zur Katholischen Kirche auf der Ostseite.

Mittelalter bis ins 19. Jh.

Binningen zählt zu den mittelgrossen Rebbaugemeinden in der Region Basel. Wie die Siegfriedkarte von 1877 belegt, erstreckt sich auf dem Westplateau links des Birsig ein grosses Rebgelände vom Hasenrain bis zum Stelzenacker und dem Spiegelfeld. Im Tal reichen die Reben bis an den Dorfrand. Rechts des Birsig gediehen Reben rund um den Margarethenhügel, vom Margarethenpark bis zum heutigen Friedhof, und nördlich des Waldeck am Schweissbergweg mit der „Himmelsleiter“ zum Bruderholzplateau. Kettiger erwähnt in seiner Heimatkunde von 1863 für Binningen eine Rebbau-Fläche von rund 20 Hektaren.

Kurzgeschichte


Kurzgeschichte des Rebbergvereins St. Margarethen Binningen, verfasst von Bruno Gehrig, Juli 2012

Download (PDF)

© 2019 Rebbergverein St. Margarethen Binningen | Impressum

Please publish modules in offcanvas position.